Dreitausend Jahre Geschichte, auf acht Hügel geschichtet, und eine Startlinie direkt vor dem Parlament: Es ist schwer, eine Rennkulisse zu finden, die sich lebendiger anfühlt 🏛. Jedes Jahr im März findet der Jerusalem Marathon statt, in Jerusalem natürlich, offiziell Jerusalem Winner Marathon genannt ✍️. Von der Stadtverwaltung organisiert und von AIMS zertifiziert, hat sich die Veranstaltung in etwa fünfzehn Jahren zu einem der beliebtesten Fixpunkte rund um das Mittelmeer entwickelt – getragen von einer seltenen Mischung aus religiöser Inbrunst und sportlicher Strenge 🏃♀️.
Die Wiederbelebung des Rennens datiert auf 2011, nach einem ersten Versuch, der zwischen 1992 und 1994 im Sande verlief 📚. Schon bei der Rückkehr hinterließ das Event mit 10.000 Läuferinnen und Läufern aus 40 Ländern einen starken Eindruck, auch wenn die Premiere eine komische Erinnerung hinterließ: Die drei Erstplatzierten der Männer biegen falsch ab und laufen ins falsche Ziel 😅. Im Jahr darauf kamen Regen, Wind und Hagel unangekündigt dazu – ohne die Organisatoren zu entmutigen 💪. Die Teilnehmerzahlen stiegen dann Jahr für Jahr und überschritten bereits 2014 die Marke von 25.000 Teilnehmenden 🗓️. 2025 erreichte das Rennen mit nahezu 40.000 Läuferinnen und Läufern über alle Formate hinweg seinen Höhepunkt und bestätigte damit seinen Platz unter den großen Marathons des Nahen Ostens 📍.
Sechs Formate teilen sich diese Kulisse: Der Marathon umfasst die gesamte Strecke bis zum Sacher Park; der Halbmarathon führt durch die Innenstadt und die Altstadt, bevor er entlang der Armon-Hanatsiv-Promenade verläuft, und dazu kommen der 10 km und der 5 km, die auf besser laufbaren Strecken bleiben 🛣️. Hier sind alle eingeladen – und diese beiden Läufe beweisen es: der Familienlauf über 1,7 km und der Gemeinschaftslauf über 800 m 💞. Letzterer bringt bis zu 5.000 Teilnehmende kostenlos zusammen! Was die Szenerie angeht, passieren die Läuferinnen und Läufer zunächst die honigfarbenen Steine des Givat-Ram-Campus, Heimat der Nationalbibliothek und ihrer fünf Millionen Bücher 📖, bevor sich der Horizont von den Höhen des Bergs Scopus auf die Judäischen Hügel öffnet 🏞. Dann folgt der am sehnsüchtigsten erwartete Wendepunkt: In der Ferne zeigen sich die goldenen Mauern der Altstadt, mit den Kuppeln und Glockentürmen der armenischen, christlichen, jüdischen und muslimischen Viertel als Kulisse 🌐. Schließlich zieht der Blick in den Jerusalemer Wald, einen Teppich aus grünen Kiefern, der einen Kontrast zur Trockenheit der nahen Wüste bildet 🏜️.
Auf 800 m über dem Meeresspiegel gelegen, zwingt Jerusalem mit einem welligen Profil, das nichts verzeiht: Die Organisatoren legen den Termin daher in den März, um ein mildes, trockenes Klima zu nutzen – weit weg von der Sommerhitze 🌤. Außerdem richten sie in den Tagen davor ein Expo-Dorf in der Cinema City ein, während am Renntag der Sacher Park zur Open-Air-Bühne wird – mit Gruppen-Warm-ups, Trommeln und Zumba vor dem Start 💃. Das Ergebnis ist eine Atmosphäre, die zugleich anspruchsvoll und gutmütig ist – in der der Marathon-Finisher den Blicken von Familien begegnet, die für den 800-m-Gemeinschaftslauf gekommen sind 👯. In Sachen Rekorde gehört das Kapitel den Spezialisten aus Ostafrika ➡️. Der Keniaer Ronald Kimeli Kurgat hält seit 2014 die beste Männerzeit, während seine Landsfrau Joan Jepchirchir Kigen die Frauenbestmarke seit 2016 hält 🏅. Genug, um den Platz der Veranstaltung im Kalender der von AIMS zertifizierten Rennen – neben den größten Marathons weltweit – fest zu verankern 🌎.
Sobald die Medaille um den Hals hängt, geht es zum Mahane-Yehuda-Markt für cremigen Hummus und ein paar Honiggebäcke🍯, bevor du diesmal als einfacher Besucher durch die Gassen der Altstadt spazierst 🚶♀️. Der Ölberg mit seinem weiten Blick über den Tempelberg lohnt eine zusätzliche Pause, ebenso die Stadt Davids und ihre archäologischen Ausgrabungen, die bis zu den Ursprüngen der Stadt zurückreichen 🏺. Die Mutigsten können sogar noch zum Toten Meer weiterziehen, weniger als eine Autostunde entfernt, für ein schwebendes Bad, das die Waden endgültig entlastet 🧘♀️.
Genug, um den Kreis mit einer beruhigenden Note zu schließen: In Jerusalem läufst du nie nur einen Marathon; du durchquerst eine Stadt, die drei Jahrtausende gebraucht hat, um sich darauf vorzubereiten, ihn zu empfangen 😊.
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