Seoul Marathon 2027

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Das Event in wenigen Worten

Hinter dem ultra-modernen Flair der Hauptstadt Seoul verbirgt sich ein Geheimnis, das nur wenige Läufer vermuten: Ihr Vorzeigerennen existierte bereits vor dem Zweiten Weltkrieg 🗓. Der Seoul Marathon, auch unter seinem historischen Namen „Dong-A Marathon“ bekannt – als Verweis auf die gründende Zeitung. Im März bringt er mehr als 35.000 Teilnehmende über die klassischen 42,195 km zusammen, dazu einen noch beliebteren 10-km-Lauf ☀️. Mit dem Platinum Label von World Athletics ausgezeichnet, gehört das Event im Kalender zu Asiens rekordträchtigen Rennen – neben weiteren Veranstaltungen in Südkorea 🇰🇷.

Die Geschichte beginnt 1931 mit dem Youngdungpo-Rennen, dem direkten Vorfahren des heutigen Events 🏯. Sprinter Sohn Kee-chung, Sieger 1933, holt später 1936 in Berlin olympisches Gold – unter japanischer Flagge, da Korea damals noch kolonisiert war 📍. Die Zeitung Dong-A Ilbo zensiert in ihrem Bericht das Foto der japanischen Flagge; die Kolonialbehörden setzen das Rennen als Vergeltung aus 😶. Der Weltkrieg und dann der Koreakrieg erzwingen weitere Unterbrechungen, bevor es bereits 1954 wieder zurückkehrt. Danach entfernt sich die Veranstaltung weit von der Hauptstadt: zunächst nach Chuncheon im 1992 – eine Stadt, die heute ihren eigenen Marathon ausrichtet –, dann nach Gyeongju von 1993 bis 1999, bevor es 2000 📆 endgültig in seine ursprünglichen Straßen zurückkehrt. Hwang Young-cho, Sieger 1991, holt im Folgejahr in Barcelona ebenfalls olympisches Gold 🥇 – ein Beleg für den Talentpool, den dieses Rennen schon damals repräsentierte.

Heute ist es ein mythisches Rennen: Die Strecke startet am Gwanghwamun-Platz, bewacht vom Gyeongbokgung-Palast, führt an der Statue von Admiral Yi Sun-sin vorbei und dann durch das Namdaemun-Tor 🌸. Das Feld durchquert anschließend den linearen Park am Cheonggyecheon, eine meist schnelle, flüssige Passage entlang breiter Boulevards bis in den Stadtteil Dongdaemun 🏙️. Die einzige echte Schwierigkeit der Strecke ist die Jamsil-Brücke, die zwischen km 34 und km 35 überquert wird: ein sanfter Anstieg, Wind auf der Höhe über dem Han-Fluss und Beine, die immer müder werden 😬. Die Schlussphase fällt hinab zum olympischen Stadion von Jamsil, Austragungsort der Spiele 1988, mit Zieleinlauf auf der legendären Laufbahn 🏟.

Der Seoul Marathon liefert auch auf der Stoppuhr ⏱️. Der Streckenrekord gehört dem Äthiopier Haftu Teklu, der 2026 in 2:04:23 lief – vor seinem Landsmann Getaneh Molla, der im Sprint um nur eine Sekunde geschlagen wurde ⚡️. Bei den Frauen hält die Rumänin Joan Chelimo Melly seit 2022 mit 2:18:04 die Bestmarke. 10 der 28 südkoreanischen nationalen Marathonrekorde wurden hier aufgestellt – ein klarer Beleg für die zentrale Rolle der Veranstaltung für die Leichtathletik des Landes 📊. Auch die internationale Beteiligung schießt in die Höhe: 6.424 Läuferinnen und Läufer aus dem Ausland gingen 2026 an den Start – ein Plus von 70% in nur einem Jahr! 😮

Anders als die großen Marathons, die per Losverfahren arbeiten, gilt hier: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! 🤠 Doch damit nicht genug: Zusätzlich braucht es einen Leistungsnachweis unter 4:59 im Marathon, um überhaupt startberechtigt zu sein 🎫. Die Stimmung bleibt von Start bis Ziel dicht und diszipliniert: exakt getaktete Verpflegungsstationen, Bananen um km 30, eine dichte Zuschauermenge entlang der gesamten Strecke – deutlich beeindruckender sogar als beim Seoul International Ultra Trail Running Race, das die Hügel derselben Stadt im Trail-Modus zum Leben erweckt.

Nach der Anstrengung folgt der Komfort eines Ausflugs ins traditionelle Viertel Bukchon und zu seinen Hanok-Häusern, wo die Gassen einen Kontrast zum flachen Asphalt bieten, den man nur Stunden zuvor verschlungen hat 🏘. Ein Aufstieg zum N Seoul Tower lässt anschließend die Megacity von oben bestaunen – und aus der Höhe die Strecke erkennen, die man an genau diesem Morgen gelaufen ist 🌆. Das benachbarte Viertel Insadong mit seinen Kunsthandwerksständen und traditionellen Teehäusern ist perfekt für eine ruhigere Pause für müde Beine. Auf dem Teller verlangt der Körper vor allem nach Komfort: eine Schüssel Bibimbap, gegrillte Rippchen vom koreanischen BBQ oder eine Ginseng-Samgyetang-Suppe dienen der Regeneration ebenso wie als Belohnung 🍲.

Fast ein Jahrhundert alt und noch immer genauso schnell: Der Seoul Marathon beweist, dass man altern kann, ohne auch nur ein Quäntchen Tempo zu verlieren. Eine unzerstörbare „Soul“ – im wahrsten Sinne des Wortes 🏁.

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