Jakarta International Marathon 2026

Datum der nächsten Auflage bestätigt
Bildnachweis: Jakarta International Marathon

Das Event in wenigen Worten

Jakarta. Dreißig Millionen Einwohner im Ballungsraum, eine urbane Dichte, bei der einem schon schwindlig wird, wenn man sie auf der Karte sieht 🗺️, Staus, die längst zu einer eigenen lokalen Attraktion geworden sind, und seit 2013 das größte Laufevent in Indonesien 🏃: der Jakarta International Marathon, unter Stammgästen auch JAKIM genannt.

Ein paar Worte zum Kontext, denn Jakarta durchlebt gerade eine etwas besondere Phase. Die Stadt ist offiziell zwar noch die Hauptstadt von Indonesien, aber sie ist dabei, diesen Titel an die brandneue Stadt Nusantara abzugeben, die auf der Insel Borneo aus dem Nichts errichtet wurde 🏗️. Eine laufende Hauptstadtverlagerung – ganz still, als wäre es das Natürlichste der Welt. Jakarta nimmt’s gelassen: Es bleibt, jenseits jeder Debatte, das wirtschaftliche, kulturelle und sportliche Herz des Landes, mit oder ohne offiziellen Titel. Und es richtet weiterhin seinen Marathon aus – und darauf kommt es an 😄. Auf einer Küstenebene nur wenige Meter über dem Meeresspiegel gebaut und täglich von Millionen Menschen durchquert, wird Jakarta jedes Jahr im Juni auch von Tausenden Läuferinnen und Läufern durchquert, die im Dunkeln unter einer tropischen Hitze starten, die niemanden schont 🌡️. Das ist JAKIM.

Die Geschichte beginnt 2013 mit einer klar formulierten Ambition: Jakarta als weltklassiges Ziel für Sporttourismus zu positionieren und eines Tages vielleicht dem Club der World Marathon Majors beizutreten. Die erste Ausgabe setzt sofort ein starkes Zeichen: 10.000 Läufer am Start, der Kenianer William Chebor gewinnt in 2:14:30, und die IAAF zertifiziert die Strecke bereits im ersten Jahr als Grade A 🥇. AIMS zieht direkt nach. Jakarta ist offiziell auf der Karte der globalen Marathonszene 🌍.

Das Wachstum ist rasant – wie alles, was in Jakarta passiert 😄. Bereits 2015 steigt die Teilnahme auf 15.000 Läufer aus 53 Ländern. Das Rennen wechselt je nach Sponsor die Namen, aber die Atmosphäre bleibt: Live-Musik und traditionelle Tänze an mehreren Punkten entlang der Strecke 🎶 – denn in Indonesien fühlt sich selbst ein Marathon um 4 Uhr morgens wie ein nationales Fest an. In den letzten Jahren stützte sich JAKIM auf die Provinzregierung von Jakarta und PASI (den indonesischen Leichtathletikverband), mit einem Gesamtpreisgeld von 3 Milliarden indonesischen Rupiah 💰 (rund 148.000 €). Und damit man nichts halbherzig macht, gibt es einen weltweit absolut einzigartigen Bonus: ein Haus für die indonesische Läuferin bzw. den indonesischen Läufer, der den nationalen Marathonrekord bricht 🏠. Das ist wirklich kein Tippfehler. Ein Haus. Für einen Rekord. Nicht schlecht, oder 😅.

Die Strecke startet am Nationalmonument, dem Monas 🗼, diesem 132 Meter hohen Obelisken mit einer goldenen Flamme an der Spitze – ein Symbol der indonesischen Unabhängigkeit –, umgeben von einem weitläufigen zentralen Park, der als grüne Lunge mitten im urbanen Chaos dient 🌳. Von dort aus überqueren die Läufer die großen Avenuen und historischen Viertel der Hauptstadt: Kota Tua, die alte niederländische Kolonialstadt mit ihren Gebäuden aus dem 17. Jahrhundert und dem Fatahillah-Platz 🏛️, Pasar Baru, der alte Markt 🍅, die Jakarta-Kathedrale und, direkt gegenüber auf der anderen Seite des Boulevards, die Istiqlal-Moschee, die größte Moschee in Südostasien 🕌. Die beiden religiösen Monumente stehen sich seit Jahrzehnten gegenüber, getrennt nur durch ein paar Dutzend Meter, und die Läufer passieren genau dazwischen – manche nehmen sich die Zeit, darüber nachzudenken. Das Ziel befindet sich im Gelora Bung Karno (GBK), dem großen historischen Sportkomplex, der für die Asienspiele 1962 gebaut wurde und dessen Haupt-Stadion 77.000 Menschen fasst 🏟️. Im Morgengrauen in so einer Arena die Ziellinie zu überqueren – dieses Bild bleibt hängen 🌅.

Das Streckenprofil ist ziemlich schnell: 115 Meter Gesamtanstieg, IAAF-zertifiziert. Vielleicht nicht genug für einen Rekord, aber genug, um ohne Probleme Spaß zu haben 👿. Jakarta liegt auf einer Küstenebene; die Strecke versucht nicht, künstlich Schwierigkeiten zu erfinden. Das wäre fast beruhigend, wenn der Hauptgegner nicht in der Luft statt in den Beinen wäre 😮‍💨. Der Juni fällt in die Trockenzeit (sprich: das beste Zeitfenster des Jahres, wenn man nicht bis auf die Knochen durchnässt enden will ☔️), aber die Temperaturen liegen trotzdem zwischen 25 und 33°C, bei einer Luftfeuchtigkeit, die sich hartnäckig weigert, unter 75% zu fallen. Genau deshalb ist der Start auf 4:00 Uhr gelegt ⏰. Nicht aus nächtlicher Romantik, nicht aus Lust am Leiden, sondern weil 42 Kilometer tropischen Asphalts unter der vollen Sonne Jakartas schlicht zu gefährlich wären. Der Streckenrekord der Männer gehört dem Kenianer Geoffrey Birgen, der bei der Ausgabe 2019 2:14:23 lief, nachdem er 2015 bereits gewonnen hatte – offensichtlich sehr wohl auf Jakartas Asphalt 👑. Bei den Frauen hält die Kenianerin Sheila Chesang den Rekord mit 2:33:54, aufgestellt 2024 🏅. Kenia dominiert die Siegerliste seit Beginn sehr überzeugend 🇰🇪.

Der Marathon (42,195 km) und der Halbmarathon (21 km) starten am Sonntagmorgen am Monas. Der 10 km und der 5 km starten am Samstag vom GBK-Komplex 🏟️. Für Kinder werden parallel zur Veranstaltung die Maratoonz organisiert 👦. Alle Strecken sind AIMS- und IAAF-zertifiziert, mit einer nationalen Kategorie für indonesische Staatsbürger und einer offenen Kategorie für ausländische Teilnehmer ab 17 Jahren.

Den Jakarta International Marathon zu laufen heißt, mitten durch eine Stadt mit absolut einzigartiger Identität zu laufen ✨. Ein Geflecht aus niederländischen Kolonialvierteln, überdimensionierten Shopping-Malls 🛍️, Moscheen, Tempeln, allgegenwärtigem Streetfood 🍜 und einer menschlichen Energie, die man anderswo nur schwer findet. Um 4 Uhr morgens, wenn die ersten Gebetsrufe aus den Moscheen der Viertel widerhallen und die Stadt gerade erst anfängt, aufzuwachen 🥱, gehören die Straßen von Jakarta den Läufern. Und was für ein Geschenk! 🙌

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