Oh meu deus, wörtlich „mein Gott“ auf Portugiesisch, ist genau das, was man unwillkürlich vor sich hin murmelt, wenn man sich auf einem Grat der Serra da Estrela umdreht und die Landschaft einen mit einem Schlag umhaut ⛰️. Der Rennname ist kein Zufall: Er fasst das Versprechen der Veranstaltung ganz von selbst zusammen—diesen schwebenden Moment, in dem einem der portugiesische Berg ganz buchstäblich den Atem raubt, und nicht nur, weil es brutal bergauf geht 😉. Oh Meu Deus by UTMB ist ein Trail, der jedes Jahr Anfang Mai in Zentral-Portugal stattfindet, ausgerichtet von der Stadt Seia, nur einen Steinwurf vom größten Naturpark des Landes entfernt. Seit 2025 an die UTMB World Series angebunden, hat er sich als einer der markantesten europäischen Stopps der Serie etabliert, getragen von einer Region, die von den Massen des internationalen Trailrunnings noch wenig begangen ist.
Das Abenteuer begann 2011, als lokale Organisatoren die Idee hatten, die pastoralen Wege der Serra da Estrela in einen Spielplatz für Läufer zu verwandeln 🙂. Über die Ausgaben hinweg werden die Distanzen länger, der Perimeter wächst, und in seiner langen Version deckt das Rennen schließlich den Großteil des Naturparks ab. Der große Wendepunkt kommt 2025, als die Veranstaltung zur UTMB World Series-Familie stößt und den Maßstab wechselt: Aus einem bestens eingespielten regionalen Wettbewerb wird ein Treffpunkt mit internationalen Ambitionen—wobei die lokale DNA, die seine Stärke ausmacht, eifersüchtig bewahrt wird 🧬. Die Strecke umfasst nun die Serra do Açor, die Serra de Lousã, die Schieferdörfer und mehrere historische Dörfer. So viele Territorien, die jede Ausgabe zu einer echten kulturellen Durchquerung machen—genauso sehr wie zu einer körperlichen.
Der Kurs des Flaggschiffrennens, des „100M“, übersteigt 167 km mit 8.900 mD+ und gehört damit ohne Zögern in die Kategorie „Top-Liga der Beinbrecher“ 😅. Start und Ziel sind in Seia, einer Stadt, die sich seit dem 12. Jahrhundert an den Berghang schmiegt. Dazwischen reiht die Route Serpentinenpfade aneinander, die aus der Transhumanz überliefert sind (genau jene Wege, auf denen Hirten ihre Herden vom Tal auf das Plateau trieben), quert dichte Wälder, in denen die Stille schwerer wird, folgt tief eingeschnittenen Flüssen und steigt auf Grate, die allen vier Winden offenstehen 💨. Die Schieferdörfer, durch die man im Rennen kommt (Talasnal, Casal Novo, Pena, Fajão, Candal, unter anderem), sind Weiler aus dunklem Stein, direkt in den Fels gebaut, hoch in den Bergen gelegen—mit einer volkstümlichen architektonischen Logik, bei der so mancher Städtebauwettbewerb erröten würde 🏘️. Die Strecke ist alles andere als gut laufbar: Sie verlangt technisches Können, Geduld auf den ausgefahrenen Singletrails und eine echte Fähigkeit, die Anstrengung über die Zeit zu managen.
Neben dem „100M“ bietet Oh Meu Deus by UTMB drei weitere Formate: ein „100K“ über 94 km und 5.300 mD+, ein „50K“ über 52 km und 2.900 mD+ sowie ein „20K“ über 22 km und 1.000 mD+. 📊 Das Qualifikationssystem folgt dem Modell der UTMB World Series, mit Running Stones, die je nach gewähltem Format gesammelt werden (von 1 Stone für den „20K“ bis 4 für den „100M“). Das Rennen fügt sich damit in das globale Ökosystem der Serie ein, was ihm hilft, Läufer aus vielen Ländern Europas, aber auch aus Nordamerika und Asien anzuziehen—auf der Suche nach Running Stones in einer Kulisse, die ehrlich gesagt weit abseits der ausgetretenen Pfade des alpinen Ultra-Trails liegt 💎.
Die Veranstaltung trägt außerdem eine besondere emotionale Dimension in sich, die sie in der Ultra-Trail-Landschaft hervorhebt 🤩. Die Region Zentral-Portugal wurde in den letzten Jahren hart von Waldbränden getroffen, und die Organisation hat sich entschieden, dies zu einem integralen Teil der Renn-Erzählung zu machen: Jeder Läufer, der diese Hänge quert, wird als Akteur des symbolischen Wiederaufbaus des Gebietes präsentiert—ein Licht in einer Landschaft, die gerade heilt ❤️🩹. Der Ton ist aufrichtig; er passt dazu, wie die Bewohner von Seia, Arganil, Lousã, Pampilhosa da Serra oder Góis die Teilnehmenden begrüßen: mit echter Herzlichkeit, von Menschen, für die das Event kein Vorwand für Sammel-T-Shirts ist, sondern ein echter gemeinsamer Stolz. Zudem werden Charity-Startplätze angeboten, die es Läufern ermöglichen, zugunsten lokaler Vereine zu starten, die mit dem Wiederaufbau der Region verbunden sind.
Wenn die Beine wieder Bodenhaftung haben und das Salz auf den Armen getrocknet ist, lohnt es sich, in Seia und der unmittelbaren Umgebung noch etwas zu verweilen 🍞. Die Stadt beherbergt ein Brotsmuseum, das einzige seiner Art in Portugal—und für jemanden, der gerade 167 km über die Grate geschrubbt hat, bekommt das eine leicht existenzielle Resonanz. Die Serra-da-Estrela-Käse, weich gereift mit kräftigem Geschmack, sind eine nationale Institution und zugleich ein unschlagbares gastronomisches Argument 🧀. Die Legende von Viriato, dem lusitanischen Hirten, der zum Krieger wurde und sich von genau diesen Bergen aus den Römern entgegenstellte, liegt über dem ganzen Gebiet. Und irgendwo zollt ein Ultra-Trail-Läufer, der 8.900 mD+ im Mai überlebt, ihm unwissentlich eine ziemlich wohlverdiente Huldigung 😋.
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