Reihen aus Zypressen, weiße Wege, die zu einem hoch gelegenen Dorf hinaufziehen, Marmor und jede Menge Weinberge. Du bremst ständig ab, um dich umzusehen 🌅
Du kennst die Kulisse schon, selbst wenn du noch nie einen Fuß dorthin gesetzt hast: sanft wogende Hügel, aufgereihte Zypressen, ein Bauernhaus oben auf einer Kuppe. Die Toskana sieht wirklich genau so aus – und beim ersten Mal ist das ziemlich irritierend. Florenz ist für alle der Ausgangspunkt, mit seinem Dom, den man von den umliegenden Hügeln aus erspäht. Siena lebt noch immer im Rhythmus des Palio, dieses Pferderennens, das die Stadt zweimal im Sommer in Trance versetzt. Pisa ist weit mehr als nur sein schiefer Turm. Lucca bewahrt Stadtmauern, die breit genug sind, um darauf zu laufen – Runde um Runde, über den Dächern. Und Livorno spielt die Hafenkarte aus – mit seinen Kanälen und seinem Cacciucco 🇮🇹.
Das Gelände ändert sich schnell, sobald du die Städte verlässt. Der Chianti rollt seine Weinberge zwischen Florenz und Siena aus, durchzogen von weißen Schotterwegen, die steil ansteigen und dann wieder abtauchen. Weiter südlich öffnen Val d'Orcia und die Crete Senesi im Sommer fast mondähnliche Landschaften: nackter Lehm und abgeernteter Weizen, so weit das Auge reicht. Im Westen fallen die Apuanischen Alpen aus dem Rahmen: Diese von Steinbrüchen aufgerissenen Berge liefern seit den Römern den Carrara-Marmor – genau jenen, aus dem Michelangelo seine Blöcke auswählte 🗿. Im Norden bleiben der Mugello-Apennin und die Wälder des Casentino bewaldet und kühl, selbst im Juli. Und dann ist da noch die Insel Elba, eine Stunde mit dem Boot von Piombino entfernt, wo Napoleon zehn Monate im Exil verbrachte, bevor er wieder in See stach. Angeblich hat er sich dort schrecklich gelangweilt.
Was die Saison angeht, hast du die Qual der Wahl – außer mitten im Hochsommer. Juli und August knallen im Landesinneren, besonders im Val d'Orcia, wo Schatten selten ist. Der Frühling bleibt die Königszeit: Die Hügel werden leuchtend grün, Mohnblumen sind überall, und morgens ist es noch frisch. Der Herbst übernimmt mit der Weinlese, goldenem Licht am Tagesende und Temperaturen, die perfekt für einen Marathon sind. Der Winter ist an der Küste oder in der Stadt kein echtes Problem, wo das Thermometer mild bleibt. In der Höhe, im Casentino oder in den Apuanischen Alpen, solltest du trotzdem etwas zum Überziehen einplanen ❄️.
Der Wettkampfkalender in der Toskana deckt so ziemlich jeden Geschmack ab. Der Florenz-Marathon führt Ende November am Ponte Vecchio und am Dom vorbei – auf einer flachen, schnellen Strecke, auf der viele persönliche Bestzeiten fallen. Der Pisa-Marathon folgt drei Wochen später, kurz vor Weihnachten. Der Halbmarathon von Florenz kehrt im Frühling zurück, wenn der EcoTrail Florence den Asphalt für die Hügel über der Stadt verlässt. Der Chianti Ultra Trail by UTMB® startet im März in Radda und durchquert Weingüter – einer der wenigen Ultras, bei denen man zwischen den Reihen Sangiovese läuft. Die Tuscany Crossing verbindet im April die Dörfer des Val d'Orcia ab Castiglione d'Orcia. Der Ultra Marathon der Crète Senesi erkundet im Mai den sienesischen Lehm. Der White Marble Marathon führt im Februar zwischen Carrara und dem Meer entlang, mit den weißen Steinbrüchen im Hintergrund. Auf der Insel teilen sich der Marathon der Insel Elba, Run the Tuscany Island und der ELBAMAN das Jahr 🏝️. Dazu kommen der Halbmarathon von Lucca auf seinen Mauern, der von Livorno im November, der Marathon von Mugello im September und der Trail del Cinghiale für Waldfans. Radfahrer hingegen schwören auf L'Eroica und seine Vintage-Räder auf den Strade Bianche – oder auf die Gran Fondo Strade Bianche mit Start in Siena 🚲.
Nach einem Rennen in der Toskana ist der Tisch nie weit – und er macht keine halben Sachen. Die bistecca alla fiorentina wird nach Gewicht bestellt und mindestens zu zweit geteilt. Ribollita wärmt an Winterabenden, die Pici aus Siena werden von Hand gerollt, der Pecorino aus Pienza passt hervorragend zu Honig. Lardo di Colonnata wiederum reift in Marmorwannen, die in Carrara aus genau demselben Stein gehauen sind wie die Statuen 🧀. Zum Abschluss: Cantucci, in Vin Santo getunkt, oder ein Glas Chianti (Alkoholmissbrauch ist gesundheitsschädlich, in Maßen genießen). Bei den Läufern ist die Region stolz auf Daniele Meucci, in Pisa geboren, Marathon-Europameister in Zürich 2014 🥇. Bei den Radfahrern hat Paolo Bettini, der Toskaner aus Cecina, olympisches Gold und den WM-Titel abgeräumt – auf den weißen Wegen selbstverständlich respektiert. Ansonsten hat die Toskana Leonardo da Vinci hervorgebracht, geboren im gleichnamigen Dorf, Puccini in Lucca und Roberto Benigni, der bei den Oscars auf die Sessel kletterte 🎬. Also: eher Marathon in Florenz oder Trails im Chianti? Vergleiche die Marathons und die Trails der Gegend – du hast genug Gründe, mehrmals wiederzukommen 👟.
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