Läufe in Apulien

Wettkampfkalender: Straßenläufe, Trails, Triathlons, Radtouren...
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Läufe
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vincydesy

Der Absatz, der nicht schlurft

Sonne im Februar, Olivenbäume überall und zwei Meere in Schrittweite. Im Absatz des Stiefels läufst du flach, am Wasser entlang, mit Burrata, die im Ziel auf dich wartet 🌊.

Nimm eine Karte von Italien, geh runter bis zum Absatz: da bist du. Apulien zieht sich über vierhundert Kilometer von Norden nach Süden, eingeklemmt zwischen zwei Meeren, und niemand durchquert die Region, ohne am Ende Salz auf der Haut zu haben. Bari gibt den Ton an: ein Hafen mit Blick nach Albanien, Gassen, in denen die Omas vor der Haustür Orecchiette rollen, eine Uferpromenade, die kein Ende nimmt. Lecce spielt eine andere Partitur mit seinem goldenen Barock, aus einem Stein gehauen, der so weich ist, dass die Bildhauer mit dem Messer daran gingen. Tarent lebt seit den Griechen zwischen seinen zwei Binnenmeeren. Foggia hält die Weizenfelder des Tavoliere im Blick. Und Barletta lässt seinen bronzenen Koloss vor der Basilika stehen, als würde er seit acht Jahrhunderten auf jemanden warten 🇮🇹.

Gute Nachricht für deine Beine: Es geht selten bergauf. Die Murge bilden ein sanftes Kalkplateau, von Grotten durchlöchert, darunter die von Castellana, die sich siebzig Meter unter die Erde ziehen. Etwas weiter südlich packt das Valle d'Itria seine Trulli aus, diese kleinen runden Häuser, ohne einen Tropfen Mörtel aufgeschichtet — Alberobello hat daraus eine ganze Stadt gemacht. Der einzige Ort, der wirklich klettert, ist der Gargano, ganz oben: ein bewaldeter Sporn, der mit weißen Klippen in die Adria abfällt, mit hundertjährigen Buchen auf dem Plateau 🌲. Der Rest sind Olivenbäume. Tausende. Einige sind tausend Jahre alt, mit hohlem, verdrehtem Stamm, und sie ziehen in Reihen bis zum Horizont vorbei, wenn du Kilometer um Kilometer aneinanderreihst.

Die Küste verdient es, dass man sich Zeit für sie nimmt. Polignano a Mare balanciert seine Häuser über einer kleinen Bucht, Ostuni weißelt jedes Jahr seinen Hügel mit Kalk, und der Salento rollt feinen Sand bis nach Gallipoli und Otranto aus — der östlichsten Stadt des Landes, dort, wo die Sonne früher aufgeht als überall sonst in Italien. Ausfahrten am Meer macht man hier mit einem fast permanenten Wind im Rücken (oder im Gesicht, je nach Richtung) 🏖️. Ein Rat trotzdem: Meide Juli und August. Es sind fünfunddreißig Grad, keine Wolke, und selbst die Einheimischen warten bis zum Abend, um rauszugehen. Das gute Zeitfenster reicht von September bis Mai, und der Winter bleibt so mild, dass du im Februar in kurzen Ärmeln laufen kannst. Das können nur wenige Regionen Europas von sich behaupten ☀️.

Der Wettkampfkalender in Apulien erstreckt sich von einem Ende des Absatzes bis zum anderen. Der Bari Med Marathon eröffnet den Februar entlang der Uferpromenade. Die Strataranto durchquert Tarent im April, von der Altstadt auf ihrer Insel bis zu den Werften. Der Semi-Marathon d'Acaya dreht im März seine Runden um eine befestigte Stadt aus dem 16. Jahrhundert, verloren im Salento. Die Leccerun führt dich im Oktober an barocken Fassaden vorbei. Die Run For Foggia geht im Frühling in die Ebene hinaus. Ende September nimmt dich der Trail dei Vigneti mit zwischen die Weinberge von Gallipoli, während die CUTPUGLIA ab Castellaneta das kräftigste Stück der Gegend anbietet. Mitten im August setzt die CiccioRiccio Run in San Pietro Vernotico ganz auf Party 🎉. Für Triathleten: Treffpunkt beim Tranitriathlon, vor einer Kathedrale, die mit den Füßen im Wasser steht, oder bei der Adriatic Series von Vieste unter dem Gargano. Wenn du noch weitergehen willst: Matera und seine Sassi sind eine Stunde von Bari entfernt, in der Basilikata, und Kalabrien beginnt gleich darunter.

Nach einem Rennen in Apulien fährst du nicht mit leerem Magen heim, das ist klar. Orecchiette mit Cime di Rapa ist das Hausgericht. Burrata aus Andria läuft, sobald du die Kugel aufschneidest. Focaccia barese mit Kirschtomaten isst man lauwarm, im Stehen, und sie ist schnell weg 🍅. Die Region produziert fast die Hälfte des italienischen Olivenöls, also kann man sagen: Nichts kommt trocken auf den Teller. Zum Schluss ein Glas Primitivo di Manduria, wenn dir danach ist (Alkoholmissbrauch ist gesundheitsschädlich, in Maßen konsumieren). Sportlich wird dir hier jeder von Pietro Mennea erzählen. Der Junge aus Barletta, genannt der Pfeil des Südens, holte 1980 in Moskau Gold über 200 Meter und hielt den Weltrekord siebzehn Jahre lang. Siebzehn Jahre 🥇. In einem anderen Register wurde Domenico Modugno in Polignano a Mare geboren, und sein Lied Nel blu dipinto di blu brachte schließlich die ganze Welt zum Singen — unter dem Namen Volare 🎤. Dazu Renzo Arbore, ein Mann aus Foggia, der das italienische Fernsehen entstaubt hat, und du hast das Trio. Also: eher barockes Kopfsteinpflaster oder Salento-Sand für deine nächste Startnummer? Wirf einen Blick auf die Halbmarathons und die 10-km-Läufe in der Gegend: Dein Winter in der Sonne beginnt hier 👟.