Läufe in Emilia-Romagna

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Läufe
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Man läuft, dann isst man (viel)

Parmesan, Schinken, rote Motoren und eine schnurgerade Linie von Piacenza bis zum Meer. Du läufst flach zwischen den Kunststädten – und vor allem lässt du Platz für den Teller 🍝

Es gibt Regionen, in die man wegen der Landschaft reist, und andere wegen dem, was man dort isst. Emilia-Romagna schafft beides, aber seien wir ehrlich: Ihr Ruf beruht zuerst auf dem, was auf dem Teller liegt. Die Region zieht sich diagonal von Piacenza bis zur Adria und wird schnurgerade von der Via Emilia durchquert, einer Straße, die die Römer vor 2.200 Jahren angelegt haben und die alle großen Städte wie Perlen an einer Kette aufreiht. Bologna liegt im Zentrum, mit seinen vierzig Kilometern Arkaden und seinen zwei schiefen Türmen. Parma lebt vom Käse und vom Schinken, die seinen Namen tragen. Modena baut Ferraris und produziert Balsamico-Essig in einem Umkreis von zehn Kilometern. Ravenna verbirgt byzantinische Mosaike, die tausendfünfhundert Jahre alt sind. Und Rimini feiert seit jeher an seinem Strand 🇮🇹.

Das Gelände lässt sich in zwei horizontale Streifen lesen. Im Norden die Po-Ebene: völlig flach, ideal für Bestzeiten, durchzogen von Feldern und Pappeln. Hier wachsen die Kunststädte, und hier werden Marathons schnell gelaufen. Im Süden steigt der Apennin erst sanft, dann deutlich an und bildet die natürliche Grenze zur Toskana. Die Täler von Trebbia und Taro schneiden dort bewaldete Reliefs ein, die nur wenige Touristen kennen – Hemingway hielt das Val Trebbia für eines der schönsten Täler der Welt, das ist den Abstecher wert. Dann kommt die Küste: Die romagnolische Riviera reiht ihre Badeorte von Cattolica bis Comacchio aneinander, und ganz am Ende entfaltet das Po-Delta seine Lagunen, in denen Flamingos das ganze Jahr über verweilen 🦩.

Was die Jahreszeit angeht, gibt die Ebene den Takt vor. Der Sommer ist dort schwer und feucht, der Winter kalt und oft in Nebel getaucht, aber die Übergangszeiten sind perfekt, um schnell zu laufen. Das erklärt die Dichte an Marathons zwischen Oktober und März, wenn die Luft kühl und stabil ist. Die Küste verlängert die schöne Saison bis in den November, mit einem Meer, das für Triathleten noch angenehm warm ist. Der Apennin wiederum öffnet seine Wege vom späten Frühjahr bis in den Herbst, fernab der Hitze des Tals ❄️. Noch ein Wort zum Nebel: Die nebbia padane kann einen Lauf im November in einen gespenstischen Spaziergang verwandeln – mit nur wenigen Metern Sicht. Die Einheimischen haben gelernt, damit zu leben.

Der Wettkampfkalender in Emilia-Romagna strotzt vor Flachlandmarathons. Der Marathon von Ravenna führt im November zwischen Mosaiken und Pinienwald entlang und ist für schnelle Zeiten bekannt. Der Marathon von Bologna läuft im März unter den Arkaden durch, und die StraBologna übernimmt im Mai den populären Part. Der Marathon von Ferrara dreht im Februar eine Runde um die Renaissance-Stadtmauern, der von Reggio Emilia beschließt das Jahr im Dezember. Der Verdi Marathon ehrt den Komponisten in der Nähe seines Geburtshauses, während der Marathon von Parma und der Rimini Marathon das Bild vervollständigen. Dazu kommen die Halbmarathons von Comacchio im Delta, von Piacenza und von Reggio. Auf den Trails jagt der Tartufo Trail in Calestano der Trüffelspur hinterher, The Abbots Way Ultra folgt ab Bobbio einem mittelalterlichen Pilgerweg, und das Ferriere Trail Festival steigt in den Apennin von Piacenza hinauf 🥾. Die Region ist außerdem die Hauptstadt des Langdistanz-Triathlons: Der Ironman Emilia-Romagna und sein 70.3 bringen im September in Cervia Tausende Athletinnen und Athleten zusammen. Radfahrer würden sich die Nove Colli um nichts in der Welt entgehen lassen, eine legendäre Radtour über 200 Kilometer mit Start in Cesenatico 🚴.

Nach einem Rennen in Emilia-Romagna ist die Küche keine Option, sie ist der Grund der Reise. Bologna nennt man la Grassa, die Fette – und das nicht ohne Grund. Tortellini baden in Brühe, Tagliatelle tragen das echte Ragù (niemals Spaghetti, nur damit du’s weißt), Mortadella wird hauchdünn geschnitten. Parmigiano Reggiano reift in den Kellern zwischen Parma und Reggio, Parmaschinken trocknet in der Luft der Hügel, und der Balsamico-Essig aus Modena reift fünfundzwanzig Jahre im Fass 🧀. Zum Anstoßen ein Glas prickelnden Lambrusco, kühl serviert und ohne Schnickschnack (Alkoholmissbrauch ist gesundheitsschädlich, bitte in Maßen genießen). Sportlich hat die Region Alberto Tomba hervorgebracht, den Skifahrer aus Bologna mit drei olympischen Goldmedaillen, den absoluten Star der 1990er ⛷️. Vor allem aber ist Emilia-Romagna die Wiege der Motoren: Enzo Ferrari in Modena, Lamborghini und Ducati gleich nebenan – eine weltweit einzigartige Dichte an Pferdestärken. Dazu kommen Giuseppe Verdi, geboren nahe Parma, und Federico Fellini, Kind aus Rimini, der seine Stadt ein Leben lang gefilmt hat 🎬. Also: flacher Marathon unter den Arkaden oder Ultra im Apennin? Vergleiche die Marathons und die Trails der Gegend – aber lass Platz fürs Dessert 👟.

Ob es stürmt, regnet oder schneit

Wettkampfkalender in Emilia-Romagna

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